Der Eigentümer der Bäckerei Stöckle, Herr Steffen Mahl, empfing uns persönlich zu einer „Backstubenführung“. Gegründet wurde die Firma von seinem Großvater, Herrmann Stöckle, im Jahr 1949 in der Stadtmitte von Bietigheim und besteht nun bereits in dritter Generation. Seit der Gründung ist der Betrieb auf 8 Filialen mit 160 Mitarbeitern angewachsen.
„Aus Liebe zum Brot“ lautet der Leitspruch der Firma Stöckle und Steffen Mahl ist die Begeisterung für seine Produkte anzumerken. Er verwendet nur hochwertiges Mehl aus Getreide, das in Baden-Württemberg angebaut wurde und verzichtet nahezu vollständig auf künstliche Zusatzstoffe. Die Brote der Bäckerei Stöckle werden mit selbst hergestelltem Sauerteig und mit besonders langer Teigführung produziert, denn ein schmackhaftes Brot braucht viel Zeit zum Reifen. Die vorbereiteten Teige bleiben daher über Nacht in speziellen Reifeschränken und werden erst am nächsten Tag gebacken. Auf diese Weise bleiben Feuchtigkeit und Frische im Teig und das Aroma kann sich besonders gut entwickeln.
In großen Silos wird das Mehl gelagert; pro Jahr werden ca. 600 Tonnen verarbeitet. Alle Prozesse bei der Teigherstellung und beim Backen sind computergesteuert, um eine gleichbleibende Qualität zu garantieren. Es gibt sogar eine Brezelschlingmaschine, um die gleichförmige Arbeit der Brezelherstellung zu erleichtern und zu verkürzen. Die Firma Stöckle beschäftigt auch Konditoren, die Kuchen, süße Stückle, Berliner und weitere Köstlichkeiten herstellen, die im angeschlossenen Café auch gleich verzehrt werden können. In der Küche werden kleine Gerichte, Salate und Beläge für belegte Brötchen zubereitet.
Durch Wärmerückgewinnung kann der Bedarf an heißem Wasser für die Spülküche gedeckt werden. Auch die Heizung wird auf diese Weise ermöglicht. Zum Schluss erfuhren wird noch etwas über „totes Mehl“, das zum Einstauben der Arbeitsflächen verwendet wird. Es ist von allen Enzymen gereinigt und kann dadurch keine Allergien mehr bei den Mitarbeitern verursachen. Was in den einzelnen Filialen an Brot und Brötchen übrigbleibt, wird an die Bietigheimer Tafel geliefert und teilweise zu Futtermittel weiterverarbeitet – nichts landet im Müll.
Wir haben viel gelernt bei dieser spannenden Führung, die Günter König organisiert hatte und beim anschließenden Kaffeetrinken konnten wir auch gleich die leckeren Erzeugnisse der Bäckerei Stöckle genießen!
Christa Mugele
