Besichtigung des Restmüllheizkraftwerks in Stuttgart-Münster

Im Rahmen des Kulturprogramms fuhren wir mit Günter König zum Müllheizkraftwerk in Stuttgart-Münster. Der Rauch aus dem 180 m hohen Schornstein ist ja von Ludwigsburg aus immer wieder zu sehen. Eine freundliche Ingenieurin empfing uns und stattete uns mit Schutzhelmen, gelben Warnwesten und Kopfhörern für den Rundgang aus. Dann wurden wir in einer spannenden Präsentation über den Aufbau und die Funktionsweise des Kraftwerks informiert.

Es handelt sich um ein wärmegeführtes Kraftwerk, d.h. es wird vor allem Fernwärme erzeugt und in zweiter Linie auch etwas Strom. In drei Müllkesseln wird Restmüll und Sperrmüll aus den umliegenden Landkreisen verbrannt, auch aus Ludwigsburg. In der Vergangenheit wurde bei erhöhtem Wärmebedarf auch Kohle verwendet. Seit dem Ausstieg aus der Kohle wurde auf Erdgas umgerüstet und für die fernere Zukunft auch für den Betrieb mit Wasserstoff.

150 Fahrzeug pro Tag liefern das Material an. Beim Rundgang durch das Betriebsgelände konnten wir die Abläufe miterleben. Nach dem Wiegen wird der Müll in drei große Kessel gekippt. Mit einem großen Greifarm wird er so gelagert, dass die Luke für die Materialzufuhr immer frei bleibt. Nach der Zerkleinerung erfolgt der Weitertransport zur Verbrennung auf einem Förderband und der erzeugte Dampf wird zu Turbine und Generator weitergeleitet, wo letztendlich die Fernwärme entsteht. Durch eine Klappe konnten wir einen Blick auf die Verbrennung werfen – ein wahres Höllenfeuer!

Im Hochsommer werden die Müllkessel für die Reinigung mehrere Wochen stillgelegt. Mit Sandstrahlern werden die Rohre gereinigt, da das aggressive Rauchgas sie angreift und beschädigen könnte. Unsere Führerin zeigte uns an einem Beispiel, wie so ein „Rohrreißer“ aussieht. Die bei der Verbrennung entstehende Schlacke wird im Heilbronner Salzbergwerk endgelagert. Es gibt eine Reinigungsanlage für die anfallende Flugasche und eine Rauchgaswaschanlage. An allen Stationen im Betrieb ermitteln Überwachungsgeräte die Schadstoffgrenzwerte. Das Kühlwasser für das Kraftwerk wird aus dem Neckar entnommen und nach der Verwendung gereinigt und in den Fluss zurückgeführt.

Alle Teilnehmer waren sehr beeindruckt über den enormen Aufwand, der nötig ist, um aus unserem Müll saubere umweltfreundliche Wärme zu erzeugen.

Christa Mugele

 

Jürgen Schwarz